20Dreizehn

Was für ein komischer Titel für einen Blogpost, oder? Aber ich habe mir schon etwas dabei gedacht. Zum einen ist der Name dem Blogtitel von Lukas entnommen, der sich eben dort neu eingerichtet hat. Da wird es auch etwas von mir zu lesen geben. Zum anderen ist der Name generell ganz schön modisch, steht aber für etwas ganz einfaches: Für das Musikjahr (in Sachen Rap/Black/R’n’B) 2013, eben “20Dreizehn”.

2012 war schon ein richtig starkes Musikjahr. Deutschrap stieg reihenweise in die Charts ein, viele Jünglinge veröffentlichten starke Debüts und noch jüngere Jünglinge erblickten mit einem großen Echo das Licht der Musikwelt. Ich lehne mich vielleicht weit aus dem Fenster, doch ich bin der Meinung, dass es dieses Jahr ähnlich aussehen wird. Anders ausgedrückt wird “20Dreizehn” ein starkes Musikjahr. Der Januar legte ja schon gut los. Das Debüt von A$AP Rocky war sehr gut (Review folgt) und auf dem Mixtape-Markt gab es bereits jetzt schon einige Hochkaräter. Musik für lau ist immer gut, doch wenn sie wie bei Casey Veggies, Pusha T und Rockie Fresh fast schon wieder zu schade ist, um es gratis bereitzustellen, ist das noch besser.

Aber blicken wir nun in die Zukunft.

Big K.R.I.T. hat ein neues Mixtape und ein neues Album angekündigt. Von ihm ist der gebildete Musikhörer ja schon erstklassige freie Ware gewöhnt, da sei beispielsweise nur 4eva N A Day erwähnt. Das Debütalbum Live From The Underground gehörte zu den besten Alben des Jahres. Da bin ich mir sicher, dass die angekündigten Sachen ebenfalls hochkarätig werden.

Was schon länger angekündigt war, aber aufgrund von rechtlichen Fragen vorerst nicht veröffentlicht wurde, ist das gemeinsame Projekt Live In Concert von Currensy und Wiz Khalifa. Es wird als Album erscheinen. Das erste gemeinsame Projekt war sehr hörenswert, deswegen warte ich recht spannungsvoll auf das Tape bzw. Album. Das neue Solo-Tape von Currensy New Jet City, welches Anfang Februar erschien, ist ein guter Vorgeschmack. Auch visuell machen die Teile viel her, denn die Artworks sind immer sehr stylisch.

2012 war ja ein starkes Jahr für Debütalben. Ein Kandidat für einen weiteren starken Erstauftritt ist Stalley von der Maybach Musicgroup. Seit Selfmade Vol. 2 richtig im Gehörgang verankert, sind auch seine Mixtapes schnell auf meinem Rechner gelandet. Lyrisch und auch von der Stimme her ein schönes Ereignis. Mal sehen, was da dieses Jahr auf uns zu kommt. Weitere potentielle Debüts in Dauerschleife werden die von Action Bronson, bedingt auch French Montana - der ja behauptet, dass sein Album das Album der Dekade wird - und hoffentlich auch Joey Bada$$, wobei ich nicht weiß, ob letzterer ein Album veröffentlichen wird. Bei dem Hype jedoch quasi ein Muss.

Mir kommt es manchmal nach der Veröffentlichung mancher Alben immer so vor, als ob ich lange nichts neues von den Künstlern gehört habe. Nicht etwa, weil die Scheiben schlecht waren. Vielmehr finde ich die Musik so klasse, dass ich trotz des hohen Unterhaltungswertes schnell neuen Stoff haben möchte. Im Jahr 2013 hätte ich also gern neue Alben (oder gern auch irgendwelche Mixtapes) von J. Cole - dessen Album ja für Januar angekündigt war, aber wohl irgendwann später kommen soll - Drake und Kanye West. Bei letzerem denke ich, dass seine Freunde von G.O.O.D. Music wieder eine große Rolle spielen werden. Vielleicht in Form eines Cruel Winter Albums? “Angekündigt” war es ja. Auch neue Tapes oder ein neues Album von Big Sean oder 2 Chainz sind denkbar. Pusha T, einer der stärksten im Roster, bringt ja definitiv My Name Is My Name raus. Hit-Boy, der Hausproduzent, wird auf allen Ebenen hoffentlich weiter so schicke Beats bauen, wie bisher. Auch andere Produzenten der G.O.O.D. Music sehe ich weiter wachsen. Ich meine da Hudson Mohawke, Travis Scott und Lifted.

Wenn ich Kanye sage, muss ich natürlich auch ansprechen, dass ein zweites Album von Watch The Throne gemeinsam mit Jay-Z mehr als geil wäre. Ich verbinde ja viel mit dem Duo nicht gerade wenig.

Drake veröffentlichte die erste Single vom neuen Album Anfang Februar, die ja die Gemüter erhitzte. War Started From The Bottom nun top, oder flop? Meine Meinung kennt ihr. Sein Album wird Nothing Was The Same heißen und ich bin sehr gespannt.

Was gibt es noch? Ja, Rick Ross hat ein Album namens Mastermind angekündigt und Meek Mill wirft Dreamchasers 3 in die Menge. Beides steht ja trotz aller Hater für Qualität. Vielleicht schafft Officer Ricky nach dem nur soliden God Forgives, I Don’t einen neuen großen Wurf.

Meine aktullen Lieblinge, die auch die Lieblinge der Blogs und Medien sind, möchte ich auch in irgendwas involviert sehen. Also macht was Frank Ocean und Kendrick Lamar!

Neben Frankie rechne ich auch fest mit dem neuen Album von Justin Timberlake, welches dann im März kommt. Die Vorboten in Form von Suit & Tie und aktuell Mirrors, klingen mir fast zu gut, um wahr zu sein.

Andere Namen, die ich einfach nur einwerfen möchte, denn auch sie dürfen und sollen gern starke Alben bringen, sind folgende: 50 Cent, Earl Sweatshirt, Big Sean, Jadakiss, Ghostface Killah, Raekwon, Fashawn, Eminem, Kid Cudi, Fabolous, Mac Miller und sicher noch mehr, die mir grad nicht in den Sinn kommen. Es gibt so viele Sachen, die da kommen können.

Kommen wir nun zu generellen Entwicklungen im Rap in den USA und Deutschland. Was es schon recht oft gab, aber meiner Meinung nach ruhig weiter gehen könnte, sind Kollabo-Alben bzw. -Mixtapes, nach dem Vorbild von den gemeinsamen Arbeiten von Smoke DZA & Harry Fraud, Action Bronson & Alchemist, Wiz Khalifa & Currensy, Murs & Fashawn oder Apollo Brown & Guilty Simpson. Ich erwähne da nur das Projekt von Rick Ross und Drake (Y.O.L.O.) oder das unbetitelte Mixtape von J.Cole, Meek Mill und Big Sean. Im aktuellen Geschäft gibt es viele weitere im Kopf traumhaft passende Leute, die sich gern mal zusammensetzen können und ein Projekt starten müssen. Sei es MC und MC oder MC und Produzent. Bei dem Stichwort Produzenten scheinen mir übrigens einige sehr interessant. Harry Fraud, Cardo, Chuck Strangers, Digi+Phonics, Young Chop sind nur die, die mir grad einfallen. Die Leute werden den ein oder anderen Hit landen.

In Sachen Rap in Deutschland sehe ich die allgemeine Situation weiter Richtung Gold zeigend. 2012 war ein gutes Jahr und 2013 wird da auch nicht weniger zu erwarten sein. Alben gehen Gold, steigen auf Platz 1 der Charts ein und vielen neuen Künstlern wird eine Plattform geboten. Namen wie Casper, Cro, Haftbefehl, Samy Deluxe, MC Fitti sind da nur wenige, die viel erreichen werden, wenn auch nur für eine Saison. Deutscher Rap ist vielseitig wie lange nicht (wie nie?) und in der breiten Masse, dank eben solcher Phänomene wie Cro oder Casper, angekommen. Es gibt auch auch weiterhin die, die man als “Realkeeper” bezeichnen kann, die nicht mit direkter Absicht auf Kommerz zielen. Wie gesagt, vielseitig eben. Alte Recken wie Torch oder die Beginner dürfen auch gern wieder auf den Zug aufspringen. Ob das so funktionieren könnte? Werden wir sehen.

Aber auch in den USA wird Rap weiterhin das sein, was es immer war. Unberechenbar und immer für Überraschungen und neue Hypes und Styles gut. Wen spült das Musikmeer an Land, wer geht im schnelllebigen Industriesumpf unter, kommt 2013 dann doch mal Detox von Dr. Dre? Ok, schlechter Scherz.

Das Jahr ist lang. Aber es wird ein gutes Jahr. Da bin ich mir sicher.

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