Mixtape Review: Taylor Allderdice

Es war im April 2010. Damals war ich via Google auf der Suche nach Musik, nach was genau weiß ich nicht mehr. Nur, dass ich einem Link folgte, der mich zu Datpiff schickte. Dort war zu der Zeit gerade die „Wiz-Mania“ im vollen Gange und auch ich hörte in das beliebte Mixtape rein, denn ich wollte ja wissen, wer dort in den USA grad wieder das neue große Ding ist. Mittlerweile ist „Kush & OJ“ ein Mixtape, welches auf meinem iPod oft angespielt wird. Zu Recht. Auch seine anderen Veröffentlichungen, wie „Burn After Rolling“, „Flight School“ oder zuletzt „Cabin Fever“ waren richtige Kracher. Leider enttäuschte sein Major-Debüt „Rolling Papers“ dann doch irgendwie. Die gewohnte Leichtigkeit war einer berechnenden Kommerzialität gewichen, die viele Fans verstimmte. Bis auf das unsagbar geile „On my Level“ (Der Beat, Leute. Der Beat!!!) kann ich dem Tenor auch zustimmen.

Das bringt uns zum Testobjekt „Taylor Allderdice“, Wiz‘ neues Mixtape – welches am 13.03. im Internet veröffentlicht wurde – und damit zu meiner zweiten Review. Hat Herr Khalifa die Kommerzkurve gekriegt? Oder geht er weiter den Charts- und Partyweg?

Nach ein paar Begrüßungsworten des Hosts Rob Markman, der Wiz oft mal ein paar Fragen stellt – was nicht weiter stört, sondern, neben einigen Rülpsern, doch wissenswert ist  – kommt gleich ein extrem entspanntes Intro. „Getting paid is just a regular thing to us/ if it ain’t getting money it’s strange to us” macht gleich klar, dass es thematisch auch auf dem neuen Mixtape keine großen Neuerungen geben wird. Was will man auch anderes erwarten? Anfang 20, Rapper und viel Geld. Außerdem dürfte den Leuten, die mehr als nur „Black & Yellow“ bekannt ist klar sein, dass Wiz ein unehelicher Sohn von Snoop Dogg sein müsste. Sein Weedverbrauch braucht sich nicht zu verstecken.

Anders als auf dem Album werden diese Themen aber auf einem anderen Soundteller serviert. Während auf „Rolling Papers“ dreimal das Produzententeam „Stargate“ – welches auch für Ne-Yo oder Beyonce Tracks schneiderte – darauf achtete, dass die Charts gestürmt werden können, kommen auf dem neuen Tape wieder vornehmlich die Beatbauer von „Kush & OJ“ zum Zug. Cardo, Big Jerm und Sledgren sorgen mit einigen anderen für eine durchweg gute und passende Stimmung. Lex Luger stellt mit „The Code“ nochmal klar, dass er auch ein Stück anders klingen kann als nur „BMF“ oder „MC Hammer“.  Sehr erfreulich. Wie schon erwähnt ist lyrisch kein Quantensprung zu beobachten, Wiz besinnt sich auf das Wesentliche und Bekannte.

Neben den Kifferfreunden Juicy J und Smoke DZA gesellen sich auf „Never Been 2“ Amber Rose und Rick Ross zum Hauptprotagonisten. Rick Ross liefert gewohnt gut ab, doch ob Kanye’s Ex weiter Musik machen soll, ist fraglich. Besonders gelungen ist „The Cruise“, welches ein Frank Ocean Sample zu bieten hat. Beim Hören von „California“ kann ich mich gedanklich schön an den Strand in LA denken, was das Video visuell auch noch unterstützt. Das verdächtig ähnlich klingende „Mary 3x“ (da hat Cardo sicher in die gleiche Sample-Kiste gegriffen) ist eine Hommage an das grüne klebrige Zeug und recht „catchy“. Die Drums von Cardo gefallen mir sehr.

Leute, die Wiz Khalifa schon länger kennen, werden ihre Freude an dem Mixtape haben. Gelegenheitshörer und Chartskenner (nochmals: Schade, dass Black & Yellow durch den Mainstream so verhunzt wurde) werden aber eher enttäuscht. Ich finde es gut, dass „Taylor Allderdice“ sich auf alte Stärken besinnt und höre das Tape gerne durch. Richtige Hitparaden-Stürmer fehlen, doch das ist nicht weiter ärgerlich. Ich hab Wiz so kennengelernt und mag ihn so. Natürlich wäre es schön, wenn Wiz an der einen oder anderen Stelle mehr wagt – vor allem lyrisch – und dabei die Kommerzsache nicht ganz so dick aufträgt wie bei seinem Debüt. Wer weiß, vielleicht ist es halt einfach eine Frage der Zeit.

Ich gebe dem „Piffsburgher Jung‘ “ für sein neues kostenloses Werk 3.25 von 5 möglichen Punkten. Eine Kurzübersicht zur Review findet ihr HIER.

Abschließend noch zwei weitere Stimmen zu der Platte:

Lukas:

Eigentlich begutachte ich keine Mixtapes, es sei denn, sie klingen wie ein Album, wie es bei Frank Oceans “Nostalgia, Ultra” bzw. bei allen Mixtapes von The Weeknd der Fall ist. Trotzdem einige Worte zu “Taylor Allerdice” von Mr. Khalifa: Dieses Mixtape ist meiner Ansicht nach kein Qualitätsprodukt. Klar, es sind paar ganz gute Beats dabei, allerdings hat es für mich insgesamt betrachtet keinen Unterhaltungswert und mir kommt es so vor, als sei das Tape nach dem folgenden Motto entstanden: “Hauptsache, ich release ein Mixtape, bevor mein Album in die Läden kommt, damit es sich auch schön verkauft.” Einzig der Track “The Cruise”, bei dem der Producer Big Jerm den Titel “Acura Integurl” vom oben erwähnten Frank Ocean samplete, kann mich wirklich überzeugen.

Hoffen wir, dass das vierte Studioalbum von Cameron Jibril Thomaz – wie Wiz Khalifa mit bürgerlichen Namen heißt – um Welten besser als “Taylor Allerdice” wird!

Kevin:

Mir wurde angeboten, mich mal zum Mixtape zu äußern, und das mach ich natürlich gern.
Sehr chilliges Ding, die Tracks haben wieder den Style, den Wiz sich die letzten jahre angeeignet hat. “The Code” – Track Nr. 13 – gefällt mir gut, weil da eigentlich die ganzen “großen” Taylors drauf sind.
Es wird ganz schön viel gequatscht auf den Tracks, aber kennt man ja schon von einigen Tapes. “Mary 3x” wurde ja schon vor Wochen veröffentlicht, was auch ein cooler Track ist. Die Hook bleibt auf jeden Fall im Ohr. Bei “Nameless” dachte ich, ich hör ein Asher Roth Mixtape. Der Beat klang danach und Juicy J klingt SEHR nach dem Rapper/Producer Nottz, der viel mit Ash zusammenarbeitet.
Einzeln gesehen ist das Mixtape echt sehr chillig und Wiz-typisch, ich hab aber mittlerweile alle offiziellen Mixtapes und Alben von Wiz Khalifa schon oft gehört, und ich finde, die Tracks von Taylor Allderdice klingen, als hat man sie schon mal gehört. Das enttäuscht ein bisschen, aber ich mag’s trotzdem. Habe mich ja wochenlang darauf gefreut.
6 von 10 Punkten.
TAYLOR GANG!
Danke an die beiden für ihre Beiträge. Jetzt habt ihr drei Meinungen gehört, nun seid ihr an der Reihe. Was gefällt euch, was nicht? Kennt ihr Wiz Khalifa eigentlich? Ich würde mich freuen, wenn ihr etwas schreibt.

One thought on “Mixtape Review: Taylor Allderdice

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