Achtung, wildgewordener Panda unterwegs!

Dieser wildgewordene Panda hört auf den Namen Cro. Stellt euch diesen Typen wie Hulk vor. Nur mit Maske und ohne grün. Wie Hulk hat Cro aber auch ein normales Leben. Da ist er Carlo. Aber da er sein Leben eh unter Verschluss hält, möchte ich doch lieber über den Künstler – den Hulk – Cro reden.

Wer noch nichts von Cro gehört hat, kann sicher nicht mal den Blogpost hier lesen, da er kein Internet haben wird. Dazu hätte er keinen Fernseher und kein Radio. Selbst Rocker und Schlagerfans dürften schon mal von ihm gehört haben. Sein Hit “Easy” ist bei den TV-Sendungen als musikalische Untermalung für jegliche Art von Beiträgen allseits beliebt. Der Hype nervt zwar, da jeder Cro kennt, mag und ein Fan ist, der Hype ist aber auch teilweise berechtigt, da Cro eben ein großes Talent ist.

Ich möchte diese Zeilen nutzen, um das Debüt-Album von Cro ein bisschen zu testen. Neudeutsch: Review.

Mehr Sommerfeeling geht nicht. Der Vibe dieser Single wird auf dem Album Raop, welches am 06.07. erschienen ist, konsequent fortgesetzt. Raop ist hier ein Hybrid aus den Begriffen Rap und Pop. Cro macht also Pop- UND Rap-Musik? Im Vorfeld hatte ich meine Zweifel, dass es viel taugt, obwohl Easy und auch die Single Du schon gut waren. Jedoch macht das Intro vom Album klar, dass Cro auch sehr gut Rap kann. Ein Flow, der Busta Rhymes gefallen würde. Kommt hier vielleicht doch mehr Rap als Pop auf dem Album? Die Lösung kommt gleich.

Raptechnisch ist das Intro echt klasse. Es ist im Grunde seine musikalische Antwort auf die Frage Wer ist Cro? Am Ende dann der Hinweis Wenn du diesen Jungen immer noch nicht kennst, nix verpennt, geht erst los, Album hier, es wird groß. Schicker Einstieg und mal eben ein bisschen Eier zeigen. In King Of Raop krönt er sich mal eben selbst zum König. Ist ja auch einfach, wenn man das Genre irgendwie selbst kreiert. Er ist der coolste im Game, er tut es für uns und nicht für den „Fame“, scheißt auf Majors und macht trotzdem „Paper“. Ein Mix aus Wahrheit und Phrasen, sicherlich, aber es klingt eben frisch. Er ist halt ab heute unser König. Danach Easy. Dazu ist alles gesagt. Das ist das Ding, das Cro absolut zum neuen Heiland nach Casper, Marteria und Co. machte. Ich möchte jetzt aber nicht weiter Track für Track analysieren, das wäre zum Teil zu aufwendig, auch wäre es oft eine Wiederholung. Das ist nicht unbedingt negativ gemeint, da Cro es eben versteht, den Geist der Zeit zu erfassen und die Dinge anspricht, die die Jugend von heute bewegt. Party, Fernweh, Sehnsucht aber auch Streß oder Kummer. Zu hören bei Geile Welt, Jeder Tag oder Wir Waren Hier.

Selbstreflektion gibt es auf Meine Zeit, für mich eigentlich der coolste Track, da er eine gute Produktion mit einem guten Text irgendwie ideal verbindet. Zwei weitere Highlights sind Nie Mehr und Papa Schüttelt Den Kopf*. Ersteres bietet einen Querschnitt durch das Leben eines Teenagers von heute. Liebe, Schule und Unschuld. Alles verliert man, oder verlässt man. Der zweitgenannte Titel ist so ein Vergleich von heute und damals. Ich sage heute auch schon oft das gab es damals nicht oder ich hätte das nicht gemacht. Ich sehe mich schon in 30 Jahren, wie ich das meinem Sohn klar machen will, dass es früher anders war.

Interessant ist auch Hässlich*. Viele Menschen sind halt nur nach außen hin hübsch, sind aber an sich total doof und Arschlochkinder. Das Innere ist hässlich. Klasse, weil es tatsächlich so ist.

*Bonustracks auf der Premium Edition (+ 4 Remixe)

Und genau das ist es, was Cros Musik, wie schon erwähnt, ausmacht. Er greift auf, was die jungen Leute von heute bewegt, packt es auch in einen subjektiven Kontext und untermalt das mit dazu passender, frischer, nach Sommer klingender Musik. Das interessante ist, dass er das Album, bis auf drei Ausnahmen, selbst produzierte. Er kann also rappen und produzieren. Nebenher hat er auch noch ein eigenes Label, welches er designed und vertreibt. Schon in jungen Jahren ein kleiner Mogul, oder?

Das Album jedenfalls ist dieses Jahr das, was XOXO von Casper letztes Jahr war, und zwar das Album, auf das alle warten und sich alle freuen, sowie worauf die Hoffnungen einer ganzen Rap-Nation liegt. Diese Hoffnungen sind auch an sich erfüllt. Es ist ein gutes Album, ein klasse Debüt und es macht Spaß. Es passt in den Sommer, es bringt mich teilweise in meine Jugend zurück und es macht einfach Spaß es zu hören. Cro verfolgt ein Konzept und zieht es durch, was über die Spieldauer von fast 45 Minuten auch gut funktioniert. Als Antwort auf die oben fettgeschriebene Frage kann ich sagen, dass es nicht mehr Rap als Pop ist. Es ist tatsächlich “Raop”.

Von mir gibt es 4,0 von 5,0 Punkten für das Album. Eine Kurzreview findet ihr in der Hörbar. Falls ihr erstmal nur ein bisschen reinhören wollt, gibts bei den Beats das Mixtape “Easy” im Stream.

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