Leben

Dieses einfache Wort sagt warscheinlich nicht so viel über den Post aus. Dennoch beschreibt es alles, worum es in den folgenden Zeilen gehen wird. Es gibt wahrscheinlich so viele Bedeutungen dieses Wortes wie Menschen auf der Welt, denn jeder definiert sein Leben durch etwas anderes.

Selbst die schlaue Frau im iPhone hatte zum Thema “Leben” eine Antwort parat.

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So einfach ist es aber nicht. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Leben etwas ganz komplexes und erstaunliches ist. Ich möchte in diesem Post nicht viel drüber verlieren, denn dieses Thema könnte einen eigenen, noch persönlicheren Blogpost füllen. Nur so viel: Ich merkte am 18.06.2007, dass ein Mensch, dem Tod nahe, sein Leben durch viel Kraft erhalten kann, bis eine geliebte Person bei ihm ist und dann loslassen und in Frieden sterben kann. Das war unbeschreiblich. Bis dahin hörte ich solche Sachen nur in den Medien, es gibt sowas aber wirklich.

Leben ist für mich das wichtigste Gut, was einem gegeben ist. Sei es durch einen Gott oder pure Biologie. Ich lege mich jetzt nicht fest. Außer man ist Buddhist, denn da glaubt man ja an Reinkarnation, hat man nur ein Leben. Je nach Möglichkeit sollte man das Maximale aus seinem Leben machen. Sagt sich leichter als getan, ich weiß. Ihr wisst aber, was ich meine.

Leben kann so schön sein, leben kann aber auch hart sein. Frei nach Animal Farm ist es für jeden an einer Stelle hart, doch für andere ist es eben “mehr” hart (ich hoffe, jeder hat zumindest im Englischunterricht gut mitgemacht und versteht die Referenz). Demnach sollte man mit dem zufrieden sein, was man hat. Zwei Bespiele:

Behinderungen

Egal ob geistig oder körperlich. Eine Behinderung ist immer schlimm. Ich möchte nicht sagen, dass es kein lebenswertes Leben ist, doch für mich wäre das eine immense Verminderung der Lebensqualität. Ich liebe Musik, könnte mir nicht vorstellen taub zu sein. Nie wieder Musik hören? Ich liebe es, meine Umwelt zu beobachten, will also nicht dran denken, blind zu sein. Keine Woche ohne Basketball. Was würde ich ohne Hand, Arm oder Bein tun? Ich philosophiere oft über die Welt und warum sie so ist, wie sie ist. Was mache ich, wenn ich geistig behindert bin? All diese Fragen und noch mehr, denn es gibt unzählige Behinderungen, die auf ihre Art das Leben komplett umstellen, beschäftigen mich. Jeden Tag, den ich “unbeschädigt” erleben darf, ist wunderbar, da es viele schöne Sachen gibt, die ich mache oder machen will. Ein Handicap wäre unvorstellbar. Großen Respekt an die Leute, die mit einer Behinderung leben. Ich denke oft an einen Jungen, der mit seinem Vater im Burger King  in unserer Nähe saß. Er wurde gefüttert. Es mag ein banales Beispiel sein. Er saß in einem großen Rollstuhl und konnte sich nicht bewegen. Nur die Augen bewegten sich. Komplett auf Hilfe angewiesen, nicht in der Lage zu wandern, spielen, radfahren oder was auch immer. Da fühlt sich jede Wunde oder auch ein gebrochenes Bein doch an wie ein Mückenstich, im Vergleich zum Schicksal mancher Menschen. Es verheilt schließlich wieder. Viele haben dieses Glück nicht. SCHÄTZT DAS, WAS IHR HABT. ACHTET AUF EUREN KÖRPER.

Phobien

Ich lernte bei Twitter einen interessanten jungen Mann kennen, den Yannick nämlich. In seinem Blog schildert er seinen “Kampf'”. Jedoch kämpft er nicht gegen Vorurteile oder gegen die Bürokratie. Er kämpft gegen den härtesten Gegner der Welt: das Leben.

Zwänge und Ängste können das Leben auch ganz schön schwierig machen. Spinnen, Höhe oder Enge sind für viele normale Sachen, die dazu gehören, machen aber anderen das Leben zur Hölle.

Der Yeti leidet unter Agoraphobie. Was das genau ist, lest ihr bei Wikipedia oder auf seinem Blog, denn das schildert die Sache noch anschaulicher als es ein Lexikon kann. Der Gedanke daran, dass man sich nicht frei bewegen kann, immer in Angst in Panik zu geraten, ist grausam. Besonders zur Weihnachtszeit, wo es anscheinend niemanden gibt, der nicht einkaufen geht, scheint mir Yannick’s Situation unfassbar schwer. Konzerte, Discobesuche oder was auch immer (je nach persönlichen Neigungen) scheinen unmöglich. Auch bei seinem Problem kann ich als Außenstehender nur sagen “Hut ab, Frau Mütze” und zwar vor der Courage und dem Mut, mit der Situation leben zu müssen und so gut wie möglich damit umzugehen. Ich bin froh, dass ich nicht unter solchen Zwängen oder Ängsten leiden muss und habe großen Respekt vor den Betroffenen. Auch an dich, Yannick, viel Erfolg und Durchhaltevermögen für diesen Kampf.

Nicht ungenannt bleiben sollen hier Krankheiten, miese Kindheiten, Regierungen oder Kriege, die überall auf der Welt mehr oder weniger Menschen betreffen und in ihrem Leben beeinträchtigen, aus Zeit- und Platzmangel kann ich diese Themen nicht näher angehen.

Ein weiterer netter Mensch bei Twitter, der Herr Poppe, veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Interviews mit verschiedenen Menschen, die etwas besonderes erlebt haben, oder in ihrem Leben vielleicht nicht nur die Sonnenseite kennenlernten. Eine Geschichte handelt von Pascal. Ich möchte nicht viel drüber schreiben, denn das würde auch viele Zeilen füllen. Hört einfach zu, was er zu sagen hat. Hier gibts das Interview. Dem Pascal seien an dieser Stelle aber auch viele Grüße und Respekt geschickt, denn er ist ein kleiner Mann, aber eben ganz groß. Weiterhin gibt es hier viele weitere intreressanten Geschichten von “Poppe & People”. Pascal und Thomas (und weitere) haben auch ein gemeinsames Projekt. Stichwort “Podcast”. Erfahrt mehr!

Vielleicht kennt ihr ja in eurem Bekanntenkreis Menschen, denen das Leben nicht leicht fällt. Ich würde mich freuen, in den Kommentaren einige Stimmen zu lesen.

Ich bin dankbar für mein Leben, wie es ist. Ich bin froh, dass ich mein Leben an sich ungehindert ausleben kann. Bei vielen Schwierigkeiten im Alltag versuche ich, immer daran zu denken, dass es Menschen gibt, denen es noch schlechter geht. Dadurch versuche ich, mehr Wertschätzung zu üben. Hoffentlich gilt das auch für euch, wenn auch erst nach dem Lesen dieses Eintrags.

In diesem Sinne alles Gute.

2 thoughts on “Leben

  1. Vielen lieben Dank für deine Worte. Und Respekt: Der Blogpost ist wirklich toll geschrieben und beinhaltet eine Message, an die jeder, auch ich, immer wieder erinnert werden sollte.Aufgrund der Agoraphobie und den damit zusammenhängenden Panikattacken und Depressionen verliere auch ich öfters mal den Lebensmut, in letzter Zeit sogar sehr häufig. Da ist es gut, wieder so etwas zu lesen und sich an all die starken Menschen zu erinnern, die ich in meinem Leben getroffen habe. In der psychosomatischen Klinik, in der ich 6 Wochen lebte, lernte ich eine Frau kennen, die die gleichen Ängste hat, wie ich. Nur zusätzlich war sie auch körperlich krank. Was genau sie hatte, weiß ich nicht, aber ihre Organe gaben nach und nach den Geist auf, weshalb sie schon einige OPs und Transplantationen hinter sich hatte, und wohl trotzdem nicht mehr lange zu leben hat. Und trotzdem ging sie in diese Klinik, um weiter gegen die Angst zu kämpfen und die letzten Jahre so schön wie möglich zu gestalten. Das ist wahre Größe!Und hey… Ich bin gerade mal 24 und körperlich zwar nicht besonders fit, aber absolut gesund. Da wäre es ein Armutszeugnis für mich, den Kampf aufzugeben, nachdem ich so einen Menschen kennenlernte. Natürlich ist diese Frau nicht der einzige Grund, aus dem Aufgeben ein Armutszeugnis wäre. Aber wohl eines der besten Beispiele.Ich hoffe, dass du noch viele Menschen mit dem Post erreichst. Und auch hier nochmal: Der Vergleich mit “Animal Farm” ist einfach toll. Wer “Animal Farm” nicht kennt, sollte das schnellstmöglich nachholen!Liebe Grüße, Yannick (el Yeti)

  2. Danke für den Kommentar. Man sieht, dass es auch echt viele Menschen gibt, die unter einer Phobie leiden. Diese Problematik sollte nicht unterschätzt werden.

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