3 Monate Diablo 3

Am 30.05. habe ich mir die Collector’s Edition von Diablo 3 gekauft. Es war meine erste Collector’s Edition überhaupt. Ich empfand, dass es das Spiel wert war. Schließlich spielte ich auch im Jahr 2012, also 12 Jahre nach Erscheinen, den Vorgänger. Über eine Dekade hatte ich mal mehr mal weniger Spaß mit dem Spiel. Es ist ein einfaches, suchterzeugendes Spielprinzip, dem viele nacheiferten, es aber nie wirklich erreicht wurde. Nun also der dritte Teil. Ich war froh, dass ich erst zwei Wochen nach Release die DVD ins Laufwerk warf. Die Server von Blizzard waren schlicht überlastet, die ganze Welt wollte anscheinend gleichzeitig nach Neu Tristram reisen. Als ich den Heldenrucksack packte, waren die Ladeprobleme nicht gänzlich beseitigt, Fehler 37 wurde in mein Vokabular aufgenommen. Es gab auch noch andere Fehlernummern, die einem den Spielstart oder den Spielablauf erschwerten. Wenn es denn klappte, war ich froh, dass ich endlich wieder meine Maus zu Tode klicken durfte.

Wir schreiben den 30.08.2012. Seit mittlerweile 3 Monaten spiele ich mal mehr mal weniger Diablo 3. Unzählige Updates und Patches später habe ich das Spiel immer noch nicht durch. Ich bin mit meinem Barbar Level 54 im Akt 1 im Schwierigkeitsgrad Hölle angelangt und habe vor einigen Tagen den Skelettkönig besiegt. Jedoch habe ich nach vielen Meinungsäußerungen in Foren oder von meinem Kommilitonen “Horst” nicht gerade positive Sachen über den nächsten Schwierigkeitsgrad gehört. Es scheint buchstäblich ein Inferno zu sein. Ich möchte dennoch nach einem Vierteljahr ein Zwischenfazit ziehen.

Im Grunde ist Diablo 3 am Anfang das, was ich mir erhoffte. Es hat viel Spaß gemacht, auch schon wegen der erstklassigen Vertonung. Ich fühlte mich wohl in Neu-Tristram, denn im Grunde hatte sich ja nicht viel am bewährten Spielprinzip geändert. Ich fuhr mit der Maus über den Bildschirm, klickte Monster an um sie zu vermöbeln, damit sie schön viele Gegenstände fallen ließen. Doch da liegt gleich das erste Problem. Die Gegenstände, die mir die getöteten Höllenschergen hinterließen, waren oftmals purer Schrott. Verrückt zusammengewürfelte Eigenschaften, die dann meistens recht nutzlos waren für den eigenen Charakter. Soundso findet man relativ selten gelbe, sprich seltene, Gegenstände, meistens sind es blaue (magische) Gegenstände. Während ich beispielsweise bei Diablo 2 im Normalmodus Akt 1 mein erstes Unique-Item für meine Amazone fand, fiel mir bei Diablo 3 das erste im Albtraummoudus Akt 4 in die Hände. Dieses war dann verhältnismäßig auch noch nicht mal so gut. Da gibt es bessere seltene Gegenstände. Mit dem aktuellen Patch 1.04 schraubte Blizzard an den Gegenständen. So wurden die legendären Gegenstände grafisch aufgewertet und bekamen teilweise neue Eigenschaften spendiert. Ich kann noch nicht viel zu den Änderungen sagen, da ich noch nicht oft die aktuelle Version gespielt habe. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber zumindest die seltenen Gegenstände wurden öfter gedroppt als vorher.

Ein weiteres Manko war der unfaire Schwierigkeitsgrad, vor allem im Infernomodus. Aufgefallen ist mir das bereits im Schwierigkeitsgrad “Hölle”. Mein Charakter musste bisher verdammt oft ins Gras beißen. Schon jetzt (Mitte Akt 1) bin ich öfter gestorben, als im gesamten Albtraummodus. Ein solcher Anstieg der Härte der Gegner ist schon schlecht  genug. Bei Diablo 3 kam jedoch noch die mangelnde Qualität der Gegenstände hinzu. Man wird regelrecht gezwungen im Auktionshaus sich mit guten Sachen auszustatten. Ich nutze nur das Goldhaus. Es gibt auch ein Echtgeld-Auktionshaus, doch ich werde keine Euros für Polygonrüstungen ausgeben. Mittlerweile ist, glaube ich, jedes ausgerüstete Item am Körper meines Barbaren ein ersteigertes. Erbärmlich. Vom Prinzip ist das Auktionshaus eine gute Sache, doch in Verbindung mit den oftmals schwachen eigenen Funden, die einen zum Shoppen zwingen, ein böses Instrument von Seiten Blizzards. Es scheint ja auch Spieler zu geben, die damit richtig Kohle machen. Bis zu 10.000 $ sollen dabei in manche Kasse geflossen sein.

Mit dem Patch 1.04 gab es eine weitere Änderung. Das “Paragon-System” wurde eingeführt. Damit wird die natürliche Levelobergrenze aufgehoben. Man kann weiter Erfahrung sammeln und seinen Charakter weitere 100 Levels aufsteigen lassen. Da mein aktueller Barbar ja noch nicht mal Level 60 erreicht hat, kann ich zu diesem System nichts sagen, doch der Ansatz ist gut. Schließlich hat man Level 60 spätestens zum Ende des 4. Aktes im Höllenmodus erreicht. Für den letzten Durchgang fehlt also eine gehörige Portion Motivation, denn der Fortschritt des Spielers ist nicht erkennbar.

Insgesamt muss ich nach der Zeit mir Diablo 3 bisher sagen, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Überall im Internet liest man von enttäuschten Spielern, von in die Ecke geschmissenen CDs. Der Frust ist groß. Nach der langen Entwicklungszeit hätte man schon mehr erwarten können. Der Onlinezwang, die vielen Startprobleme nach Erscheinen und die weiter bestehenden Fehler im Spielsystem, lassen Diablo 3 nicht das Spiel sein, was es sein sollte. Die Bemühungen der Entwickler das Spiel zu verbessern, sind lobenswert, doch sie hätten ebenso während der Entwicklungsphase solche Dinge sehen und angehen müssen. Der Patch 1.04 soll bisherige Mankos verringern und neue Motivation bringen. Der Tenor der Community ist jedoch “too little, too late”.

Ich möchte Diablo 3 nicht so hart angreifen. Auch ich bin enttäuscht, doch es ist dennoch ein gutes Spiel. Blizzard hat im Grunde mit Diablo 2 zu gut vorgelegt. Auch eine solche Firma, die mit Starcarft oder World Of Warcraft Meilensteine geschaffen hat, ist nicht vor Rückschlägen sicher. Ich kann nur sagen, dass ich Diablo 2 erst nach Erscheinen der Erweiterung “Lord Of Destruction” im Jahr 2001 spielte und lieben lernte. Ich hoffe, dass auch der aktuelle Teil spätestens nächsten Mai ähnlich Spaß macht wie der Vorgänger.

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