Studio

Dieser Post entstand, als ich ein paar Videos zum Making Of des neuen Album von Meek Mill namens Dreams & Nightmares anschaute. Ihr könnt euch die Videos jetzt auch anschauen, um vielleicht zu verstehen, was ich so cool daran finde.

Die Playlist zeigt Meek Mill bei der Arbeit zu seinem Debutalbum. Mit dabei verschiedene Rapper und Produzenten, die ihn unterstützen oder einfach nur zuhören und ihre Meinung abgeben. Oder wirklich nur da sind. Wie es eben so ist mit einer riesigen Posse. Einfach mal ein paar Zeilen freestylen, am Text feilen oder einfach nur den Kopf zu verschiedenen Beats nicken lassen. Wenn Nas dann im Studio sitzt, sich dein Material anhört und sagt, dass ihm das gefällt, muss schon ein mächtig geniales Gefühl sein.

Der Punkt ist, dass der Arbeitsprozess, das Wählen der Beats, das einrappen in der Booth, das Mastering und so weiter, einfach faszinierend wirken. Ich kenne mich nicht so sehr mit Technik aus, oder mit dem Equipment in Studios allgemein, spiele kein Instrument, finde aber, dass das keinen Unterschied macht in Bezug auf mein Verhältnis zur Musik. Dieses “Studio” übt schon eine gewisse Anziehungskraft aus mich aus. Egal, ob es sich dabei um Studios von Rappern oder Rockern handelt, ich bin musikalisch ja recht offen.

Ich hatte damals mit einem Kumpel nach Release von St. Anger von Metallica eine Making Of DVD namens Some Kind Of Monster gekauft. Da liefen die Arbeiten logischerweise anders ab als beispielsweise bei Meek Mill, die Umstände bei Metallica waren damals aber auch nicht die besten, das wissen aber die meisten von euch. Trotzdem war es cool zu sehen, wie man als Band im Studio abhängt um ein bisschen zu “jammen”. Der Entstehungsprozess eines Albums ist ja auch nicht einfach. Bis man die richtigen Akkorde findet, die Gitarren harmonieren und dann am Ende auch noch alles gemastert werden muss, können viele Monate vergehen. Über diese Distanz ist der Aufenthalt im Studio dann sicher auch nicht mehr das gelbe vom Ei, aber das ist Teil des Künstlerlebens. Für mich wäre es wirklich interessant mal bei einigen Sessions dabei zu sein. Klar, dass ich jetzt bei Meek Mill oder so dabei wäre ist schier unmöglich, die Vorstellung ist aber allein schon sehr cool. Für mich sieht das alles so aus, wie ein Spielzeugladen für einen kleinen Jungen aussehen muss. So viele Eindrücke, so viele Knöpfe. Einfach nur abhängen, Ideen einwerfen, der Musik lauschen. Das wäre so super.

Ich zeige euch noch ein paar Videos, die Künstler bei der Arbeit zeigen. Lasst euch nicht irritieren, es sind viele Rapper dabei. Der Rapmusik eher weniger zugewandte Leser sehen aber so aber auch mal, was da so geht. Die Videos geben meiner Meinung nach einen klasse Einblick in das Leben im Studio. (Ich habe die Playlist durchgemischt.)

Jetzt seid ihr dran. Teilt mir mit, ob ihr schon im Studio gewesen seid, oder ob ihr es auch mal tun wollt. Wie war es, was hat gestört? Schildert eure Eindrücke.

Abschließend noch ein paar Stimmen, die ich dahingehend schon gesammelt habe.

@pandananas

Ich habe meine kleinen “Studioerfahrungen” aus der Schule, da wir da ein Film- und ein Tonstudio haben. Im letzten Lehrjahr muss jeder aus den GAG- und GAM-Klassen ein großes, finales Projekt abliefern. Einer aus der Parallelklasse nimmt da jetzt, als Pojekt, ein eigenes Lied auf. Ich bin da nur so nah dabei, weil wir im selben Zusatzqualifikations-Kurs sind. Es ist verdammt faszinierend, was man aus seiner Stimme mit der Nachbearbeitung alles rausholen kann und vor allem, wie sehr man alles verändern kann. Mir kommt es vor, als würde man mit 2 Knöpfen ein komplett anderes Lied aus dem Rohmaterial herausbekommen.

@LU23_

Auch ich hatte schon mal die “Ehre”, in einem Studio gewesen zu sein. Es ist schon einige Jahre her, als an meiner Schule eine Art Rap-Projekt stattfand. Zwei erfahrene, wenn auch eher unbekannte Künstler kamen zu uns, schrieben mit uns Texte und nahmen mit uns auf. Dies geschah mit Hilfe eines mobilen Aufnahmegeräts. Ich habe eigentlich nur noch die vielen Regler in Erinnerung – das Gerät war schon recht alt, aber es war erstaunlich, welche Qualität sich daraus herausholen ließ. Alle hatten mächtig Spaß am Musikmachen, auch wenn man einige Jahre später ziemlich entsetzt über den recht bescheidenen Rapskill ist. Das Schöne war aber, dass man nebenbei Leute kennenlernte, mit denen man ansonsten nichts zu tun hätte.
Später hatten wir die Möglichkeit, in einem echten Tonstudio aufzunehmen. Von Draußen betrachtet wäre man eigentlich nie auf die Idee gekommen, dass in diesem Gebäude professionell Musik aufgenommen wird. Das Studio war recht klein, aber schön eingerichtet. Ein großes Ledersofa in der Aufnahmekabine und eine minimalistische Beleuchtung für die entspannte Atmosphäre. Die Besitzer des Tonstudios arbeiteten – wie es sich gehört – mit Cubase. Rein technisch gesehen, war es ganz gut ausgestattet – zumindest nach meinem Eindruck. Was ich enttäuschend fand, war die Tatsache, dass die Eigentümer sehr leidenschaftslos bei der Sache waren. Ich hatte absolut den Eindruck, dass sie unsere Aufnahmesession so schnell wie möglich hinter sich bringen wollten. Dementsprechend gaben sie sich sehr wenig Mühe beim Mastering. Alles geschah unter Zeitdruck – so wurde das Recorden alles andere als eine entspannte Angelegenheit.
Als Fazit würde ich sagen, dass es cool war, in einem Aufnahmeraum zu sein, da es doch was anderes ist, als nur darüber zu lesen oder sich ein YouTube-Video von einer Aufnahmesession anzusehen. Leider traf ich auf geldgeile und nicht wirklich sympathischen Besitzer, durch die der Gesamteindruck eher ins Negative rutschte. So viel von meiner Seite.

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