Mein iPod und ich (Teil 4)

Endlich gibt es Teil 4 der Serie. Diesmal kommt @mttrfckr zu Wort. Wieder zeigt sich, dass Vielfalt echt nicht schaden kann. Viel Spaß bei der Lektüre des “kurzen” Textes.

Meine Freunde und meine Follower bei Twitter wissen: Am liebsten rede ich über mich selber und über Musik. Korrekte Rubrik für einen Gastbeitrag also.

Auf meinem iPod, der eigentlich mein iPhone ist, befinden sich ehrlich gesagt gar nicht so viele aktuelle Alben. Ich habe immer so ein, zwei aktuelle Alben, die ich bis zum Erbrechen höre und der Rest sind Klassiker beziehungsweise das, was ich als Klassiker definiere.

Das neuste Album, das ich wirklich seit Tagen ununterbrochen höre, ist 43 Therapie von Veysel. Ich finde alles von den Azzlacks, sei es Haftbefehl, Celo und Abdi oder eben Veysel, überkrass. Die Jungs haben eine neue Tür im Hause Rap gefunden, eingetreten und renovieren da jetzt mal ordentlich rum. Jeder auf seine eigene Weise und mit seinem eigenen Werkzeug. Reime, Patterns, Stimmlagen, Humor, Themen – auch wenn in-eine-Schublade-stecken Volkssport ist – jeder Vertreter der Generation Azzlack ist unverwechselbar und überzeugt mit anderen Qualitäten. Ja: Qua-li-tät, Hater. Hinterhofjargon von Celo und Abdi zum Beispiel ist ein unfickbarer Deutschrap-Klassiker. Ich freue mich übrigens auch sehr auf das kommende Album von Milonair, weil der neben einer hervorragenden Technik auch diesen arroganten Kiffer-Stil fährt. Ich vermisse diese Mixtur schmerzlich seit Deluxe Soundsystem.

Zwei weitere, relativ neue Alben, die ich in letzter rauf unter runter spiele, sind Irgendwie von Love A und Stadt der Angst von Turbostaat. Ist beides Punk und kein Rap, daher schwadroniere ich da jetzt auch nicht groß drüber, aber ich wollte das nicht unerwähnt lassen, da das beides sehr krasse Alben sind und Turbostaat übrigens, schreibt mit, die beste Band der Welt sind. Kann ich so locker behaupten, weil: Jay-Z ist keine Band.

Das war es dann eigentlich auch schon mit aktueller Musik. Naja, in letzter Zeit habe unter anderem noch folgende Alben relativ oft gehört: Jesus Piece von The Game, good kid m.A.A.d city von Kendrick Lamar, LONG.LIVE.A$AP von A$AP Rocky, Adrift von Harry Fraud, Overgrown von James Blake (das eindeutig besser gelungen ist als das erste, mir zu sperrige Album), The 20/20 Experience von Justin Timberlake und Jake Bugg von, Überraschung, Jake Bugg. Ist aber auch schon nicht mehr aktuell, merke ich grade. Außerdem merke ich grade, dass ich eigentlich ganz schön wenig Rap höre. Also aktuelle Alben zumindest. Bitte verratet es keinem.

Aktualität ist sowieso meine Stärke. Ich versuche natürlich auch raptechnisch immer up to date zu sein, aber hier und da (lies: relativ oft) rutscht bei mir mal was durch, was ich dann mit Jahren Verzögerung feiere. Ich renne dann verstrahlt durch die Gegend und schreie alle ob meiner neuen Entdeckung an und alles, was ich erwidert bekomme, ist: Kenne ich doch schon. So geschehen bei Camp von Childish Gambino. Klar, man hat überall darüber gelesen, aber irgendwie habe ich mir das nie angehört. Bis ein gewisser Nanoo (Hallo Chris!) seine eigenen Zeilen über den Track Bonfire gespuckt hat und ich mit offenem Mund vor meinem Laptop saß und dachte: Was für ein unfassbarer Beat. Nicht falsch verstehen, der Rap von Nanoo war natürlich auch perfekt wie immer (Hallo Chris!), aber ich musste sofort nachgucken, wo der Beat herkommt. So bin ich über Camp gestolpert und was soll ich sagen? Richtig gutes Album. Wie er schon auf dem Intro loslegt, packt mich sofort, Bonfire danach zersägt alles, bei L.E.S. will ich umgehend in eine laue Sommernacht nach New York gebeamt werden und Sunrise, ja Sunrise ist wahrscheinlich der Track, den ich dieses Jahr bisher am meisten gehört habe. Childish Gambino schafft die perfekte Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor, die ich übrigens auch an den Azzlacks sehr schätze. Danach habe ich mir auch mal sein Stand-up-Programm “Weirdo” bei YouTube reingezogen und eine Stunde lang gleichzeitig geheult und uriniert. In meine Hosen. So witzig ist das.

Als nächstes eine Quizfrage: Was haben ich und jedes 14jährige Mädchen mit Tumblr-Account gemeinsam? Richtig, wir lieben The Smiths. Danke, Casper. Aber ernsthaft, die Musik ist einfach fantastisch. Passt, wenn man verliebt ist, passt, wenn man abgrundtief traurig ist. Passt immer, ist zeitlos. Deswegen trage ich auch immer sieben Alben/Compilations in meiner Hosentasche mit mir rum. Am meisten höre ich wahrscheinlich Meat Is Murder. Oder The Queen Is Dead. Oder Hatful Of Hollow? Keine Ahnung, alle perfekt. Immer.

Das war schon wieder kein Rap, man bin ich schlecht. Gut, dass ich noch ein paar unschlagbare Klassiker auf dem Gerät habe. Die wandern seit Jahren von Abspielgerät zu Abspielgerät und werde ich vermutlich auch noch bis zu meinem Tod hören. Da wären u.a. Jay-ZBlueprint, Nas  Illmatic, The Roots Undun, Oh No  The Disrupt, J DILLA  Ruff Draft, Lootpack  Soundpieces: Da Antidote, Clipse  Hell Hath No Fury und Jaylib  Champion Sound. Die Liste ist noch viel länger, aber das liest sich ja jetzt schon doof. Generell geht die Liste auch noch länger, wenn ich nicht nur auf meinem iPhone, sondern auch in meinem Plattenregal und meiner Festplatte nachgucke, aber das ist ja hier nicht gefragt. Das soll ja hier nur ein Auszug sein und kurz anteasern, was für eine unglaublich geschmackssichere Person ich bin. Bin ich doch, oder? Ich habe extra nicht Believe von Justin Bieber erwähnt…

Vielen Dank für den Beitrag. Bei vielen Sachen kann ich dir zustimmen, einige Anspieltipps werde ich mir mal zu Gemüte führen. So soll es ja sein. Man liest von den Vorlieben der anderen, findet einige seiner Lieblinge wieder, kommt aber auch auf andere, neue Sachen.

Bald weitere Teile. Freiwillige sind auch gern gesehen.

Hier könnt ihr die bisherigen Beiträge zu #meinipodundich finden.

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