Real Racing 3 – zu viel Racing?

Anfang März bzw. Ende Februar habe ich mir Real Racing 3 aus dem Appstore gezogen. Einerseits, weil der Vorgänger mich echt gefesselt hat. So sehr, dass ich jedes Rennen bis zum Sieg gespielt habe, damit das Spiel zu 100 % geschafft hatte, denn nur so habe ich einen 1995 McLaren als Bonuswagen freigespielt. Andererseits dachte ich mir, dass das Spiel ja nur schon von der Grafik der Burner werden wird, zumindest ließen die Previews einiges erwarten.

Das Spiel selbst fetzt prinzipiell schon. Starke Grafik, detailreiche Wagen, das Fahrgefühl ist angenehm und man hat viele Möglichkeiten das Auto zu verbessern, indem man einen neuen Motor einsetzt oder die Bremsen verbessert. Doch auch das kostet eine kräftige Summe Geld. Das Problem dabei ist, dass die teureren Autos mehr Kosten für solche Updates verschlingen. Noch problematischer wird das dadurch, dass man mit einem McLaren MP4-12C oder einer Dodge Viper SRT 10 das gleiche Preisgeld einsackt, wie etwa mit einem 1er BMW oder einem Ford Focus. Updates werden also immer unerschwinglicher. Hinzu kommt, dass die Autos im Grunde den realen Preis haben. Ein Bugatti Veyron kostet halt eben mal 1,6 Millionen Euro. Beim Thema Autos kann man die Vielfalt loben. Von Audi über Dogde und Lamborghini und Mercedes Benz bis hin zu Porsche ist alles da, was Rang und Namen hat. Auch Exoten wie Pagani und Koenigsegg sind vertreten. Insgesamt gibt es nach den bisher drei Updates 62 Wagen. Mit dem neusten kann man nun sogar alte amerikanische Muscle Cars fahren. Da ist für jeden etwas dabei.

Ein weitere Minuspunkt ist die unfassbar große Anzahl an Rennen. Mit dem aktuellsten Update kann man sage und schreibe 1374 Rennen fahren. Verteilt sind diese auf 22 Kurse, die in verschiedenen Variationen vorliegen. Seit dem letzten Update sind die verschiedenen Serien, auf die sich die Rennen verteilen teilweise gesperrt. Man muss vorherige Rennen zu einer bestimmten Prozentzahl abschließen, damit man neue Serien freischaltet. Auch Untergrenzen für Leistungswerte sind Hinderungen. Teils motivierend, teils frustrierend.

Die Strecken sind alles Originalstrecken. Diese sind echt detailgetreu. Es gibt sogar richtige Höhenunterschiede. Die Strecken selbst sind auch sehr abwechslungsreich. Klassiker wie Silverstone und der Hockenheimring stellen sich neben Suzuka, Laguna Seca und Mount Panorama. Das ist für jeden etwas dabei. Ich habe mit 560 gerade 40 % der gesamten Rennen absolviert. Mittlerweile macht das auch nur noch bedingt Spaß. Denn es gibt zwar an sich einige verschiedene Modi, mit dem letzten Update kam sogar das Zeitfahren dazu, doch letztlich bleibt es immer das gleiche Rennen. Hinzu kommt noch, dass wie schon erwähnt nach drei Rennen erstmal Schluss ist. Das verdiente Geld muss in die Reperatur gesteckt werden. Im schlimmsten Fall ist ein Rennen so lang, dass man alle Komponenten warten lassen muss. Das Reperaturensystem ist überarbeitet wurden, das demotiviert dennoch schon sehr. Aber genau das ist sicher das Ziel, denn das treibt die Kunden zu den Zusatzinhalten. 5 Millionen Euro kann man sich für 89,99 € kaufen. Es gibt aber auch Gold zu kaufen und spezielle Packs, bei denen man Autos und Events freischalten kann. Für mich ein Unding, aber es gibt genug, die da ihre echten Euro in ein Spiel investieren. Das ist eben das Problem an so einem “Freemium”-Modell.

Trotz dieser Minuspunkte habe ich das Spiel recht ausgiebig gespielt, denn es macht schon Spaß. Die KI der Gegner und das Fahrverhalten ist zwar nicht wie in einer Simulation, wie etwa das “Real” im Titel versprechen mag, sondern stammt aus dem Autoscooter vom letzten Dorffest, doch mit ein wenig Geduld und ein paar Schrammen extra am Auto kommt man auch an dem blödesten Gegner vorbei. Auf einigen Strecken lässt man die Gegner recht schnell hinter sich, bei anderen fährt man ihnen hinterher. Auch generell machen die Gegner mir den Eindruck, dass sie bei Kollisionen viel besser vom Fleck kommen. Bei seitlichen Berührungen klebt mein Wagen manchmal regelrecht fest, nur um Millisekunden später irgendwie nach hinten gedrückt zu werden. Das bringt mich schon mal kurz davor in mein virtuelles Lenkrad zu beißen.

Der Zeitfahren-Modus, bei dem man eigentlich nur seine Zeiten verbessern kann und sich auf ein weltweites Leaderboard fahren kann (im Vorgänger gab es den Modus) ist nicht wirklich ein echtes Zeitfahren. Man muss Drive-Punkte verwenden und der Wagen kann auch zu Schrott gefahren werden. Ein Fahrfehler kann dann das eigentlich lässige Fahren mal schnell einige wenige Tausend Euro kosten. Dennoch ist das große Ganze recht abwechslungsreich. Normale Cup Rennen, Elimination, Drag, Speedsnap und der Jäger-Modus. Dabei fährt ein Computergegner 20 Sekunden eher los und man muss ihn einholen und möglichst weit hinter sich lassen. Ganz interessant und obwohl es sich um einen Nissan Silvia handelt, kann das schon leicht anstrengend sein, da die Gegner die Bestmarke vorgeben. Die Gegner? Das sind alle, die auf der Welt das Spiel spielen. Wie und wann welcher Wert eines Spielers in der Liste steht ist meiner Meinung nach irgendwie Zufall, doch das interessiert nicht weiter. Die Gegner im Rennen selbst sind dann aber einfach Computergegner, die den Namen der realen Gegner tragen. Der von den Entwicklern “Time Shift” genannte Mulitplayermodus ist eine also eine leichte Mogelpackung. Zumindest ist das meine Meinung.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Spiel schon seine Reize hat. Doch Nachteile sind ebenso vorhanden. Man kann das Spiel ganz gut ohne Zusatzinhalte spielen, doch man wird schon ganz schön behindert. Zum einen durch die Wartezeiten beim Reparieren, zum anderen durch gleichbleibende Gewinnsummen. Rennen mit höherklassigen Wagen sind daher prinzipiell schwerer. Aktuell spare ich auf einen BMW M3 GT2 ALMS, um dann weitere Rennen zu fahren, mit denen ich dann eine neue Serie freischalten kann. Dort freue ich mich auf den Bentley Continental GT. Das dauert aber noch ein bisschen.

Viele Autos, Strecken und Möglichkeiten, doch das ist fast schon zu viel “Racing” bei Real Racing 3. Ich würde dem Spiel eine Schulnote 3+ oder eine 2- geben. Ich bin da unentschlossen. Da das Spiel aber kostenlos ist, kann man beruhigt zugreifen und testen, wenn man iPad oder iPhone besitzt. Wenn man beide Geräte besitzt, kann man seinen Spielstand bequem synchronisieren lassen. Ich spiele es lieber auf dem iPad, da kommt die Grafik und das Fahrgefühl am besten zur Geltung.

Meinungen könnt ihr in den Kommentaren gern loswerden.

One thought on “Real Racing 3 – zu viel Racing?

  1. Erst einmal kann man deine Einschätzung so auch ziemlich eins zu eins auf Android übertragen. Ich kann aus dem Stehgreif nicht sagen wie viele Stunden ich schon damit verbracht habe aber auch einige. Und wenn eine Steckdose zur Hand ist auch ein netter Zeitvertreib.
    Ich muss aber sagen dass ich es etwas zu leicht finde seit dem Update mit neuem Werkstattmodus und dem Timerennen. Selbst mit recht unterlegenen Autos lassen sich die Handyautos meistens leicht abhängen. Und grade das Handling der KI-Autos finde ich recht komisch. Aber durch die von dir genannten Gründe idt es auch etwas schwerer geworden.
    Für Rennspiele als gratis Version echt empfehlenswert. Geld reinstecken würde ich aber auch niemals.

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