Mein iPod und ich (Teil 9)

Bald haben wir die 10 voll. Heute gibt es Teil 9 von “Mein iPod und ich”. Viel Spaß!

Hi! Ich bin der @combat0r bei diesem Twitter, ich höre gerne Musik und lese gerne dieses Blog. #meinipodundich trifft auf mich auch nicht so wirklich zu, denn ich höre Musik vorzugsweise über mein Samsung Galaxy S3, und da das gute Ding 64 GB hat, ist da auch eine Menge drauf. Da ist von sehr, sehr alter Musik (ich hab grad mal nachgeguckt, was das älteste ist: Arbeiterlieder von Ernst Busch aus den Dreißigern) und sehr, sehr neuer Musik (grad frisch drauf sind 3 is ne Party von Fettes Brot und Land in Sicht von Nate 57) alles dabei. Zu meiner Musikhörlaufbahn: Ich bin als junger Fastteenager über Bushido (jaja) mit Hip-Hop in Berührung gekommen und da erstmal ne Zeit lang drauf hängengeblieben. Mit der Zeit wurde ich aber immer offener für andere Musikrichtungen, sodass sich da jetzt auch Rock, Punk, Pop – also eigentlich alles – rumtummelt. Ich stell hier mal kurz die 20 besten Alben, die ich auf meinem Handy gefunden habe, vor:

Baus Kingskis Late Night Sessions / Samy Deluxe – Ein Mixtape des wohl besten Rappers Deutschlands, das sowohl alte Persönlichkeit mit den geilen Flows und Technik, als auch neue Persönlichkeit mit inhaltlicher Stärke verbindet (Hiermit ist ausdrücklich die Zeit vor sämtlichen „Herr Sorge“-Experimenten gemeint!). Ich feier Samy schon seit meiner Kindheit, doch zunehmend hat es mich gestört, dass er nur übers Rappen rappte und ich fing an, mich zu langweilen. Doch auf diesem kleinen Mixtape hat er es geschafft, mich zu unterhalten. Der BILD-Diss „Feind Bild“ ist ganz großes Kino.

Bitches Butches Dykes & Divas / Sookee – Sookee ist eine Berliner Rapperin, die aus der antifaschistischen und feministischen Szene kommt und in letzter Zeit zunehmend an Popularität gewonnen hat. Auf diesem Album färbt sie Hip-Hop lila („Purpleize Hip Hop“) und rappt über politische Themen. Sie zeigt, dass es sehr schade ist, dass es nicht mehr rappende Frauen gibt, denn neben dem Fakt, dass ich ihre Aussagen gut und wichtig finde, ist auch ihre Technik ausgezeichnet.

Bretonne / Nolwenn Leroy – Sobald diese CD im Player liegt und die Augen geschlossen sind, findet man sich in der Bretagne wieder. Versprochen. Einfach mal ausprobieren.

Der Katze entkommen / Johnny Mauser – Über dieses Album habe ich im Frühling schon mal eine Review auf meinem eigenen Blog  geschrieben. Johnny ist dem “Zeckenrap” zuzuordnen, thematisiert hier eine breite Palette von wichtigen Themen wie Nationalstolz (Die Mauer, That’s the way we hate it), Polizeigewalt (Augen brennen), reflektiert sich selbst (Ich kann euch sehen) oder repräsentiert zusammen mit dem Stuttgarter Peer Plex seine Wahlheimat (St. Pauli bis 0711). Hier seien auch mal die diversen Videoauskopplungen zu empfehlen, die auf dem Audiolith-Channel bei YouTube zu finden sind.

Grau / Tua – Deutschrapalbum des Jahrtausends. Keine weiteren Worte benötigt. Immer wieder hörbar. Hoffe, da kommt demnächst mal wieder was in die Richtung vom werten Tua.

Hallo Welt! / Max Herre – Max ist einer der Jungs, dessen Karriere ich wegen doch recht später Geburt leider nicht live mitverfolgen konnte. Doch als ich dann endlich einigermaßen denkfähig war, habe ich mir seinen alten Kram reingezogen, war begeistert, um habe mich umso mehr auf Hallo Welt! gefreut. Ein wichtiger Grund dafür waren auch die Featuregäste, die mit Leuten wie Tua, Philipp Poisel, Cro, Samy Deluxe oder Marteria sehr ausgewogen und quasi eine wilde Fahrt durch meine Musikmediathek ist.

Heut’ ist für immer / Tonbandgerät – Dieses Album lief diesen Sommer bei mir hoch und runter. Feinster Deutschpop mit guten Texten und ein absoluter Geheimtipp (kennt ihr die?). Naja, vielleicht auch nicht mehr ganz so geheim, beim Deichbrand hab ich sie mit mehreren tausend Menschen angeguckt, aber sie haben noch viel mehr Hörer verdient. Und schön sehen sie aus!

Keine Macht für niemand / Ton Steine Scherben – Schade, dass ich damals noch nicht gelebt hab. Klingt aber immer noch geil!

Kindskopf / 3Plusss – Der werte Herr aus dem VBT-Kosmos hat eine Stimme mit großem Wiedererkennungswert und ein sehr gutes Debütalbum rausgehauen. Da freut man sich auf Nachschub.

Koksen, Kotzen & Konfetti / 2:38 – Und weiter geht die Reise durch die Musikgenres. Diesmal: Electropunk. Sehr geile Musik für Freitagabende und den einen oder anderen Schluck Alkohol. Auch live absolut genießbar!

Live in Berlin / Jennifer Rostock – Das erste Album von Jennifer Rostock, das ich mir angehört habe. Bin im letzten durch deren “Beef” mit Frei.Wild auf die Band aufmerksam geworden und gleich für grandios befunden. Jetzt alle Alben durchgehört und ein bisschen in Jenny und Joe verliebt.

Maximilian / Montana Max – Montana Max war einer der unterschätztesten Rapper in den letzten Jahren. Wenn ich das richtig aufm Schirm hab, hat er ja jetzt aufgehört, Musik zu machen, schade eigentlich. Mit Maximilian hat er ein richtig gutes Album rausgehauen, das sowohl austeilt (u.a. mit Favorite und Saad) als auch nette Liebeslieder und so Krams drauf hat. Am Besten gefällt mir „Erfolg“ mit Casper, in dem die beiden ihre Position im Rapgeschäft reflektieren. Klingt vor allem bei Casper aus heutiger Sicht recht witzig.

Mit K / Kraftklub –  Kennt ihr ja. Allerallerfeinste Ohrwurmmusik. Auch wenn die Version nicht auf dem Album ist, muss ich hier Casper erwähnen. In der Echo Version setzt er Songs für Liam das Sahnehäubchen auf.

Perfektes Wetter / kaynBock & Montez – Auch wenn dies nur eine EP mit nur fünf Tracks (wovon auch nur vier Rap Parts beinhalten) ist, muss diese hier erwähnt werden. Die beiden sind zwei junge Rapper aus dem Ruhrgebiet, die aber schon länger im Business unterwegs sind. Die Lieder sind eher ruhig, und für Liebeskummercontent ganz geil.

Punk bleibt Punk / Kotzreiz – Und das ist dann das genaue Gegenteil davon. Dreckiger Punk.❤

Rebell ohne Grund / Prinz Pi – Pi ist glaube ich zusammen mit Samy der Rapper, der den meisten Platz in meiner Mediathek einnimmt. Krass, wieviel der Junge schon releast hat. Rebell ohne Grund war von den ganzen Alben aus meiner Sicht aber das Beste, weil hier wirklich ALLE Lieder feierbar sind. Skipgefahr gleich Null. Schöner Mix aus Aufdiefresse-Liedern und ruhigen Songs. Schade, dass er das auf Kompass ohne Norden nicht ganz so geschafft hat.

Scheitern und Verstehen / FeineSahneFischfilet – Danke, ihr lieben mecklenburgvorpommerischen Verfassungsschutzbrudis, dass ihr mir FSF und dieses Album kurz vor Release per Verfassungsschutzbericht empfohlen habt. Warum kannte ich die vorher nicht?! Die Jungs machen Punk, sind bei Audiolith unter Vertrag und haben das Herz am richtigen Fleck. Muss man gehört haben.

Stress aufm Kiez / Nate 57 – Auf seinem Debütalbum hat Nate57 die Chance genutzt, zu beweisen, dass er auch anderes als Sankt Pauli-Representer (die nichtsdestotrotz grandios sind!) kann. Fick die Welt oder Unterdrückt sind da so Beispiele. Diese Entwicklung kann man auch auf der neuesten Scheibe Land in Sicht verfolgen. Und der Flow ist einmalig.

Tout tourne autour de soleil / Keny Arkana – Keny Arkana aus Marseille ist drüben relativ bekannt und beliebt, dabei rappt sie fast ausschließlich Politisches, aus der antikapitalistischen Sicht. Warum kann das hier nicht so sein? Die Musik ist auch sehr gut. Wer sich mal ein bisschen mit französischem Rap befassen möchte, sollte da mal reinhören.

Über mich hinaus / Refpolk – Der gute Reffi kommt wie viele meiner Lieblingsrapper aus dem “Zeckenrap” und hat im Januar sein Debütalbum hingelegt, nachdem er vorher zusammen mit Kobito das Duo “Schlagzeilen” bildete.

Wie man vielleicht merkt, blieb es bis heute fast ausschließlich bei deutschsprachiger Musik, wahrscheinlich weil die Message, auf die ich beim Hören sehr viel Wert lege, besser rüberkommt. Manchmal ist französischer Rap aber auch ziemlich geil. Bei deutschem Rap gehe ich ziemlich auf das “ticktickboom” ab, ein Label, das sich Ende letzten Jahres gegründet hat, um die immer größer werdende “Zeckenrap”-Szene zu vereinen. Ziemlich gute Künstler dabei, mit dem Sahnehäubchen oben drauf, dass man dort keine homophoben/sexistischen/nationalistischen Texte finden wird. Das ist in der Deutschrapszene ja nicht wirklich vorauszusetzen, daher bin ich froh, dass es dieses Label gibt. Solltet ihr auch auschecken.

Viele Grüße❤

Vielen Dank für den Überblick. Viele unbekannte Namen und Alben, die hier vorgestellt wurden. Vor allem die französichen Sachen sind vielleicht ganz interessant, da ich persönlich schon einige französiche Acts kenne. Natürlich ist hier sicher wieder ebenso vieles Geschmackssache, das macht die Serie aber aus. Bis zum nächsten Mal!

Ihr könnt gern ein paar Kommentare posten.

Hier könnt ihr die bisherigen Beiträge zu #meinipodundich finden.

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