Marshall Mathers LP 2 – Review (Teil 1)

Ich möchte den Monat November so langsam ad acta legen. Den Anfang macht nun circa einen Monat nach Release die Review zur Marshall Mathers LP 2, die ich gemeinsam mit Lukas präsentiere. Wir hatten beide anderes im Kopf, deswegen kommt sie so spät. Bewertet werden die Tracks mit einem Punktesystem, welches die Stufen (++), (+), (o) sowie (-) und (- -) kennt. Selbsterklärend.

Im Grunde erscheint es mir, als ob es gestern war. Der Hype um “Slim Shady” ist noch total präsent. Irgendwie. “Would the real Slim Shady please stand up?”. Eminem war wahnsinnig genial. Ich kannte bisher nur schwarze Rapper. Der Wu-Tang Clan, DMX, Ja-Rule, Jay-Z und wer auch immer. Jedenfalls schlug Eminem ein wie eine Bombe. Ich konnte in dem Alter zwar nicht viel mit Texten und den Aussagen anfangen, doch er zog mich in seinen Bann. Im Jahr 2000 kaufte ich mir im Kaufland die Marshall Mathers LP. Gleichzeitig musste ich natürlich die Slim Shady LP kaufen. Ich kenne keinen aus meinem Freundeskreis, der damals nichts mit ihm anfangen konnte. Alles war “shady”.

The Eminem Show und Encore waren auch sehr gute Alben, doch die Faszination war nicht so stark wie bei den ersten Werken. Und danach? Jahre der Unkenntnis, nur irgendwas mit Drogen sollte es wohl sein. Keine Musik. Dementsprechend anstrengend war Relapse. Nicht ganz clean. Recovery war da schon um einiges “sauberer”. Doch die Richtung war nicht ganz die meinige. Trotz einiger starker Momente wollte der Funke nicht wirklich überspringen. Lag es an dem erkennbaren Wunsch in die Radios zu kommen? Der auf Pop getrimmte Sound? Oder war ich einfach zu alt für den Scheiß? Wer weiß.

Nun, 13 Jahre nach der MMLP, bin ich wieder am Hören eines Albums von Eminem. Kann ich es genauso hören wie damals? Passt der Vibe? Gibt es Beats von Dr. Dre? Was wurde aus Paul Rosenberg oder Steve Berman?

Bad Guy (++) Und das Album startet großartig. Bad Guy ist quasi die Fortsetzung von einem der größten Hits von Eminem. 2000 war Stan in aller Ohren. Ebenso die Geschichte von Stanley Mitchell, dem wohl größten Fans von Shady. Doch wie die Geschichte ausging, wissen wohl alle. Nun ist es also an der Zeit der Rache. Der kleine Bruder von Stan Matthew ist erwachsen geworden und hat alles durchdacht. Also rappt er sich die Seele frei. Eminem hat sein Leben zerstört, nur ein Song im Radio reicht um ihn auf 180 zu bringen. Er ist verantwortlich für all das, was in den letzten 13 Jahren passiert ist. Zeit ihn zur Strecke zu bringen. Die dritte Strophe vertauscht quasi die Rollen. Nachdem Matthew Eminem endlich aufgespürt hat, verfrachtet er ihn ins Auto. Wie damals Stan. Nur, dass er seine Freundin da drin hatte. Man fühlt sich hier direkt zurückversetzt. Klasse Storytelling. Die letzte Strophe spricht aus dem Kopf von Eminem zu uns. Matthew wird zu einem Geist, der Eminem alles Schlechte vor Augen führt. Er ist sein Karma, sein Albtraum. Seine Opfer, sein Piepen ihm Ohr. Was auch immer. Eminem muss sich mit all diesen Dämonen auseinandersetzen. Zeit, die Marshall Mathers Saga zu beenden. Nach diesem Auftakt ist es nicht leicht das Level zu halten. Bester Song des Albums. Mit Parking Lot gibt es endlich wieder ein Skit. Es schließt sich nahtlos an das Ende des Banküberfalls auf Criminal an. Und endet tragisch.

Rhyme Or Reason (-) Dies ist ein Disstrack gegen irgendwie alle. Und seinen Dad. So kennt man Eminem. Alles was sich ihm in den Weg stellt, wird umgehauen. Der Beat ist leider nicht so gut, ebenso der Refrain.

So Much Better (++) Der Beat klingt ähnlich wie der von Criminal von der MMLP. Ziemlich coole Sache. Eminem wird von seiner Freundin betrogen. Darüber darf man sich aufregen, nur ist es doof, wenn Shady sich aufregt. Da rollen Köpfe. Der Refrain gefällt mir übrigens sehr. Generell ein sehr cooler Track. Bitte mehr davon. Wie hieß noch gleich dieses Wort mit “L”?

Survival (+) Bekannt wurde der Song durch die Werbung zum aktuellen Call Of Duty. Ein Song zum Mutmachen. Technisch und lyrisch stark, dazu ein passender Refrain. Eine Hymne an sich selbst. Niemals aufgeben. “I’m fucking back with another anthem”.

Legacy (o) Noch ein stark vorgetragener Song, doch der Refrain (an sich gut gesungen) nimmt mich nicht mit. Eminem macht sich Gedanken über sein Vermächtnis. “There’s no guarantee / It’s not up to me / You can only see”. Keine Sorge, dafür ist gesorgt.

Asshole (o) Auch dieser Track besteht aus gerappten Strophen und einem Refrain. Diesmal versucht sich Skylar Grey.  Eminem ist sich seiner Rolle bewusst und rekapituliert einiges aus seinem Leben. Alle gaben ihm durch Kritik eigentlich nur noch mehr Feuer. Beatmäßig eher nur solide, macht der Refrain ebenso nicht so viel her.

Berzerk (+) Ein kleiner Rundgang durch die Geschichte des Hip Hop, nur um uns zum feiern zu animieren. Lasst einfach die Sau raus. “Go Berzerk all night long”.  Rick Rubin macht den Oldschool Shit.

Rap God (++) Was für eine Ansage. Eigentlich muss man diesen Track einfach nur wirken lassen. Der “state of mind” von Shady gibt hier eigentlich alles her, was man sich vorstellen kann, selbst Überschallgeschwindigkeit. Spitze.

Brainless (+) Ein klassischer “Eminem”. Storytelling mit allerhand Spitzen, dazu ein typisch vorgetragener Refrain. Entgegen der Meinung seiner Mutter hat Eminem wohl doch sein Hirn genutzt. Sehr verrückter Track. Verwirrt mich noch immer.

Stronger Than I Was (- -) Irgendwas mit Beziehungen und Gesang und sowas. Vielleicht ein ganz tiefgängiger Song, ich steig aber nicht wirklich dahinter. Fühl ich komplett nicht.

The Monster (o) Die Radiosingle par excellence. Lief ja auch hier rauf und runter. Die Kombo Rihanna und Eminem funktionierte schon einmal. Wenn man sich mit seinen Dämonen arrangiert, ist alles nicht mehr so schlimm. Was soll man dazu sagen? Geht ins Ohr, aber nicht wirklich ins Herz. Deswegen kein “Plus”.

So Far (+) Ein alter Track dient hier als Vorbild. Er hat viel Geld und lebt das Luxusleben. Doch er hat sich nicht verändert. Nur seine Umwelt. Smartphones, iPods, Facebook. Drauf geschissen. Eminem bleibt sich (De)troi(t). Am Ende der zweiten Strophe gibt es noch einen musikalischen Rückblick auf die MMLP. Sehr cool.

Love Game (+) Sicher einer der kontroversesten Songs im Vorfeld der Veröffentlichung. Sehr gewöhnungsbedürftige musikalische Untermalung und anfangs komischer Stil. Doch der Song mit dem einzigen rappenden Gast weiß zu überzeugen. Schönes Storytelling, Genie und Wahnsinn und die schwierige Sache mit der Liebe. Hassliebe. Immer wieder. Kennt Kendrick mit Sherane ja auch nur zu gut. “But fuck it, I’m movin’ on, you women ar all cray / But I’ll probably always keep on playing”.

Headlights (+) Der persönlichste Song des Albums. Eine Entschuldigung an die eigene Mutter. Sehr rührend und authentisch. “So if I’m not dreaming, I hope you get this message / That I’ll always love you from afar / Cause you’re my Ma”.

Evil Twin (+) Eminem? Slim Shady? Marshall Mathers? Zeit für einen reinen Tisch. Wer ist wer und wer ist wann am Mikrofon? Hört einfach zu. Der Beat ist cool, die Wechsel der Persönlichkeiten auch. Ein passender Track zum Abschluss.

Das war meine Analyse. Im zweiten Teil folgt die Review von Lukas und das jeweilige Fazit. Seid gespannt. Eure Meinung könnt ihr jedoch jetzt schon loswerden. Was sagt ihr zur Bewertung, was haltet ihr von den einzelnen Tracks? Lasst es mich (uns) wissen.

Bis dahin!

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