Musikrückblick 2013

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende zu. Es war ein Jahr, welches 2012 das Wasser reichen konnte. Zumindest musikalisch. Nach der ersten Ausgabe des Jahresrückblicks gibt es nun ohne große Worte die zweite.

Welche Alben waren für mich die besten? Wer war in Dauerschleife? Was waren Überraschungen? Lest es hier in leicht loser Reihenfolge.

A$AP Rocky – Long Live A$AP

Schon fast ein Jahr alt, doch noch immer ein präsentes Album, obwohl es immer etwas Gefahr lief im Jahresverlauf unterzugehen. Bleibt aber ein gutes Album. ASAP Rocky bleibt einer der Posterboys der jungen Generation.

French Montana – Excuse My French

Es sollte so anders werden, es sollte geil werden. Es sollte das Album der Dekade werden. Und was ist es? Ein durchschnittliches Album, das jedoch einige gute Anspielstationen zu bieten hat. Dennoch ist es weit entfernt von einem Klassiker oder sowas.

Childish Gambino – Because The Internet

Because The Internet überfordert mich nicht direkt, doch es wird meiner Meinung nach an vielen Stellen ein wenig zerrissen und lässt mich so nicht kontinuierlich dieses Album feiern.

Drake – Nothing Was The Same

Trotz der relativ durchwachsenen Wertung meiner Review, möchte ich NWTS dennoch die Silbermedaille um den Hals hängen. Einige Momente der Platte sind einfach zu schön, zu wenige wirkliche miese Anspielstationen. Allein Started From The Bottom, From Time und Too Much sind übertoll. Hold On We’re Going Home oder Worst Behaviour sind ebenso super. Das Album lässt sich gut hören, hat aber im Gegensatz zu Yeezus eben nicht so viel Action. Das soll hier nicht direkt abwertend klingen, doch es nimmt mich nicht so mit wie das Album von Mr. West. Die Gemeinsamkeit der beiden Alben war, dass ich anfangs echt angestrengt war diese zu fühlen. Dennoch nochmals Lob für die tiefgründigen und schönen Texte und die schicken Beats.

Eminem – The Marshall Mathers LP 2

Starkes Album. Besser als die beiden Vorgänger, die den Hörer (zumindest mich) nicht mitreißen konnten. Für mehr Infos könnt ihr einfach die Review lesen.

J. Cole – Born Sinner

Ein starkes Album, doch irgendwie ist mittlerweile die Luft raus. Im Vergleich zum Erstlingswerk gefühlt 10km tiefer, musikalisch reifer, doch auf der anderen Seite eben nicht so spannend. Ich kann es mir auch nicht so erklären. Schade.

Jay-Z – Magna Carta Holy Grail

Neue Regeln, die Jay-Z aufstellte. Schon vor Verkaufstart Platin sicher. Da muss man erstmal drauf kommen. Jedenfalls versprach das Line-up hinter dem Album nichts halbes, nichts mit 95 %. Alles roch nach Bombast. Leider enttäuschte mich MCHG auf sehr hohem Niveau. Trotz einiger wirklich cooler Tracks wie Holy Grail, Fuckwithmeyouknowigotit, Oceans oder auch Versus. 

Kanye West – Yeezus

Nach reichlichem Überlegen muss ich dann doch sagen, dass Yeezus für mich das Album des Jahres war. Ja, in letzter Zeit hat Kanye etwas über die Strenge geschlagen, was Interviews angeht. Ja, er ist überheblich und hat teilweise sehr komische Ansichten. Dennoch kann man in seinen total ausschweifenden Antworten ja mit etwas Nachdenken auch Wahrheiten herausfiltern. Und wie sagte Charlamagne Tha God sinngemäß? Eigentlich ist uns egal, was Kanye von sich gibt, wir kümmern uns nicht um die Air Yeezy, die Lederjogginghosen oder was auch immer, uns interessiert die Musik. Und diese war 2013 von Kanye wie 2008 vielleicht ein Prototyp für kommende Veröffentlichungen. Yeezus polarisierte, es war anstrengend und komplett anders, als dass was man so kannte. Ich musste mich zuerst mit dem “Sound” der Platte anfreunden, das dauerte. Doch knapp ein halbes Jahr nach Release kann ich diesem Album schon lange nicht mehr widerstehen. Es entfaltete sich nach einiger Zeit dieses gewisse Etwas, was Alben haben müssen. Ich habe mich ja schon ausführlich (zusammen mit Born Sinner von J. Cole) über das Album ausgelassen, deswegen soll hier keine neue Review folgen. Jedenfalls verdient Platz 1. Auch wenn ich vielleicht nicht zu 100% objektiv entscheiden kann, weil ich Kanye als Produzenten und Rapper zu sehr schätze und liebe.

Mac Miller – Watching Movies With The Sound Off

Eine Überraschung. Millers Debüt war ok, mehr aber nicht. Die Mixtapes gaben mehr her. Vielleicht war es der Druck, der dem jungen Rapper zu Schaffen machte. WMWTSO ist ein in allen Bereichen das viel bessere Album. Musikalisch, textlich und auch besetzungsmäßig. Action Bronson, Schoolboy Q oder Jay Electronica liefern hier mehr als stark ab, stellen Mac Miller aber nicht in den Schatten. Er bleibt der Herr im Haus. Weiter so, Mac!

Earl Sweatshirt – Doris

Muss ich mehr sagen, als das dieser Junge her ein sehr gesegneter Techniker und Reimer ist? Mit nicht mal 20 ein so gutes Debüt zu platzieren, ist schon eine Leistung. Von vorn bis hinten wunderbar durchzuhören. Und mal eben so hat er sich ebenfalls sehr an den Produktionen beteiligt. Earl The Pearl.

Pusha T – My Name Is My Name

Auch so ein Album, welches von vorn herein als Klassiker gesehen wurde. Auch hier hat es die Erwartungen nicht erfüllt. Es ist ein gutes Album, welches jedoch nicht in Klassikerreichweite kommt. Zumindest noch nicht. Klassiker brauchen Zeit. Einige krasse Beats und Reime aus der Championsleague machen eben noch nicht so ein Album aus. Vom Konsum dieser Scheibe rate ich dennoch bei Weitem nicht ab.

Diese 11 Alben stechen aus der Menge heraus. Dennoch sollen an dieser Stelle noch einige zumindest namentlich erwähnt werden, die es auch dann und wann geschafft haben, in meine Ohren zu gelangen. Danny Brown Old ♦ 2 Chainz B.O.A.T.S. II (Me Time) ♦ Wale The Gifted (weine nicht, lieber Wale) ♦ A$AP Ferg Traplord ♦ Black Milk No Poison No Paradise.

Auch in Deutschland gab es viele gute Veröffentlichungen. Wie zu erwarten läuft es weiter für den Rap. Die für mich hörenswertesten Alben waren: Casper Hinterland, Genetikk DNA und Sido 30-11-80. Nach diesen Top 3 folgt nun ein Feld von Rappern, die ebenso gute Alben rausgebracht haben. Alligatoah Triebwerke ♦ DCVDNS DWIS ♦ Prinz Pi  Kompass ohne Norden ♦ Megaloh  Endlich Unendlich ♦ Weekend  Am Wochenende Rapper.

Und nun noch eine Übersicht weiterer Alben aus dem Bereich R’n’B und Pop/Rock, die mich sehr überzeugt haben, zumindest aber überrascht und hörenswert waren. The Weeknd Kissland ♦ Jhene Aiko Sail Out ♦ JMSN Pllaje ♦ The Internet Feel Good ♦ John Legend Love In The Future ♦ Justin Timberlake The 20/20 Experiance (Teil 1) ♦ Beyoncé Beyoncé ♦ Woodkid The Golden Age ♦ Gregory Porter Liquid Spirit ♦ Miley Cyrus Bangers ♦ M.I.A. Matangi ♦ Robbie Williams Swing Both Ways.

Vor allem The 20/20 Experiance und Liquid Spirit gingen wunderbar ab. Beyoncé machte es ihrem Gatten gleich und verabschiedete “new rules”. Miley Cyrus wurde missverstanden und Robbie Williams swingt wie eh und je. The Internet sind auf dem Sprung, ebenso wie Jhene Aiko und JMSN, zumindest global, denn ich bin bereits bestens mit ihnen bekannt.

Neben vielen Alben gab es natürlich wieder eine Reihe guter Mixtapes, die es sich lohnt zu erwähnen und zu hören. Eine direkte Reihenfolge möchte ich dabei nicht festlegen.

Action Bronson Blue Chips 2 ♦ Big K.R.I.T. K.R.I.T. ♦ Joey Badass Summer Knights  CJ Fly The Way Eye See It ♦ Logic Welcome To Forever ♦ Rapsody She Got Game ♦ Chance The Rapper Acid Rap ♦ Roc Marciano The Pimpire Strikes Back ♦ Travis Scott Owl Pharaoh ♦ Pusha T Wrath Of Caine ♦ The Underachievers Indigoism ♦ Flatbush Zombies Better Off Dead

Besonders im Falle von Chance The Rapper bin ich total überrascht. Anfänglich schenkte ich dem junger Typen aus Chicago nicht viel Aufmerksamkeit, doch nach einem schweren Einstieg gelang es dann doch das Mixtape cool zu finden. Chance mauserte sich sogar zu einem der, wenn nicht dem Überflieger des Jahres.

Das ist eine gute Überleitung zu weiteren Erwähnungen. Für detaillierte Ausführungen zu MCs, Versen, Produzenten, Videos und Co. des Jahres sucht die einschlägigen Seiten im Netz auf. Für eine kleine Auswahl reicht es dann aber doch. Neben dem bereits erwähnten Chance konnten außerdem Logic und Dizzy Wright für eine Überraschung sorgen. Schon länger auf meinem Schirm, konnten sich die zwei durch die Nominierung ins Gehör der Masse rappen. Das gefällt mir. Isaiah Rashad von TDE kam ebenso aus dem Nichts und überzeugte sofort. Drake hat in PARTYNEXTDOOR vielleicht nicht den neuen Abel Tesfaye gefunden, einen guten Künstler aber auf jeden Fall. In Sachen Produktionen gibt Hit-Boy weiter alles, er platziert in beängstigender Weise Titel auf Grammyalben und auch sonst macht er seine Sache gut. Der Sound von DJ Mustard ist aus den Playlisten nicht wegzudenken, ebenso die Beats von Mike Will Made It. Noah “40” Shebib hatte mehr als ein glückliches Händchen beim Beatbauen für Drake. Alchemist, Cardo oder auch Harry Fraud hatten auch bei vielen guten Tracks die Finger im Spiel. Ganz zu schweigen von Timbaland, Kanye West, Pharrell Williams und Rick “Barfuss” Rubin.

2014 könnte das Jahr für eine Vielzahl von Künstlern werden. Schoolboy Q und der Rest von TDE, Isaiah Rashad, Logic, Earl Sweatshirt und Jhene Aiko, werden endlich oder weiterhin eine große Rolle spielen, eine größere als zuvor, zumindest aber für gute Sounds sorgen. Und das verdient.

Das ist zum Glück nicht alles, denn ich denke, dass auch 2014 uns zu überraschen und zu überzeugen vermag.

Bis dahin.

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