Cilvia Demo – Kurzreview

Mit Shot You Down landete Isaiah Rashad in meinem Gehörgang. Ich hätte sicherlich erst später die Musik von ihm wahrgenommen, wenn er gleichzeitig nicht als neues Mitglied der TDE-Crew um Kendrick Lamar präsentiert worden wäre. Das machte ihn deutlich interessanter, denn bei dem Label kommen sicherlich nicht viele in Frage. Das Qualitätsmanagement muss also seine Gründe haben. Neben Isaiah Rashad wurde auch fast zeitgleich die Sängerin mit einem Vertrag ausgestattet. Gleich zwei neue stehen nun neben K-Dot, Schoolboy Q, Ab-Soul und Jay Rock im Roster.

Nach einigen weiteren Veröffentlichungen, sollte dann auch ein Mixtape erscheinen. Nun ist es doch eine käuflich zu erwerbende EP geworden. TDE schickt sich an, das Jahr mächtig aufzumischen, nachdem ihr Vorzeige-MC bei den Grammys bitterlich verschmäht wurde. Isaiah Rashad hat die Ehre den ersten Schritt zu machen. Was gibt es bei Cilvia Demo zu hören?

Lyrisch gesehen wandert Isaiah zwischen den Welten. Neben platten Aussagen (Webbie Flow) gibt es dann auch relativ tiefe Songs zu hören. Gerade Ronnie Drake ist ein sehr guter Track, wenn man nach dem Text geht. Alle sind gleich, Rassismus hat keinen Platz. Das macht auch die Hook von SZA deutlich. Generell merkt man den Tracks an, dass Chattanooga, Tennessee nicht gerade ein Paradies zum Erwachsenwerden war. Selbstzweifel, Glaube, Frauen, Gewalt und Drogen. Man fühlt sich in vielen Situationen allein gelassen (Heavenly Father).

Ein weiterer Aspekt sind die vielen Referenzen zu legendären Rappern aus dem Süden. Ob Outkast, Master P (R.I.P. Kevin Miller) oder Scarface (Brad Jordan). Er ist aber auch im Süden aufgewachsen, deswegen sollten solche Referenzen nicht wundern.

Insgesamt wirken die meisten Tracks wirklich wie von einem Demotape. Nicht unbedingt in Sachen Qualität, eher in Richtung Länge. Aber die Richtung von Isaiah Rashad ist dennoch nicht auszumachen. Er wirkt relativ frisch und in gewisser Hinsicht unsicher. Doch das Umfeld von TDE wird aus ihm schon das beste rauskitzeln. Ronnie Drake, Cilvia Demo, Soliloquy, Modest und der Remix von Shot You Down sind so meine Favoriten.

Eine kleine Sensation sind schon fast die ausschließlich starken Produktionen. Passend zum ansehnlichen Flow von Isaiah, der dann auch recht flexibel ist. Sogar der deutsche Beatschmied Farhot hat zwei Tracks beigesteuert.

Als Fazit kann ich festhalten, dass Cilvia Demo ein unterhaltsames, gutes und vielversprechendes Debüt ist. Das Jahr für TDE kann so weitergehen. Isaiah Rashad ist kein zweiter Kendrick Lamar, das sollte aber auch nicht sein Anspruch sein. Er wird seinen Weg gehen und diesen dank guter Musik mit uns gemeinsam gehen. Auf dem Soundcloud-Account von TDE könnt ihr noch ein paar Tracks hören.

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